Botschafterin

Impressionen von der Pfizer-Fachpressekonferenz im Rahmen der DGIM (Fachgesellschaft für Internisten e.V.) in Wiesbaden am 6.5.2019, meine Gesprächsrunde von links nach rechts: Miriam Münch, Senior Manager Communications bei Pfizer Deutschland GmbH, Natascha Knopf aus rheumatopia (-: und Dr. Markus Frühwein, Facharzt für Allgemeinmedizin, Reisemedizin und Ernährungsmedizin.

Ihr Lieben, ihr erinnert euch... am 25. April dieses Jahres schrieb ich voller Stolz auf Facebook:

“Heute ist es offiziell: ich nehme am 6.5.2019 im Rahmen einer Pressekonferenz als Patientenbotschafterin und Podiumsgast am 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) teil!
Was für ein Privileg - das wird sooo großartig und aufregend (-: Kommt mit mir mit auf diese spannende Reise in absolutes Neuland... ich halte euch hier auf dem Laufenden.
Mehr Infos zu dieser Veranstaltung findet ihr unter https://dgim2019.de/
  #dgim #internistenkongress #meinganzerstolz

Und ja, großartig und aufregend war es, so viel kann ich euch sagen!

Rückblickend ist dieser umwerfende Tag nur so an mir vorbeigerauscht. Ich hätte mir zwischendurch einen Moment gewünscht (hätte mir diesen Moment nehmen sollen), in dem ich mir wirklich bewusst mache, was da gerade mit mir passiert. Es hat lange gebraucht, bis ich all die Eindrücke richtig einsortieren und für mich verarbeiten konnte, doch gerade diese Gefühle schmälern das Erlebnis nicht, im Gegenteil: sie machen es erst zu etwas Besonderem. Ich war mit vollem Herzblut und mit jeder Faser “committet”, bin einmal mehr ins kalte Wasser gesprungen und habe das getan, wovon ich immer spreche: die Grenzen meiner Komfortzone ausweiten! (-:

Was war mein Warum, an dieser Veranstaltung teilzunehmen?
Die Einladung und meine Rolle als Patientenbotschafterin knüpft an den Blogbeitrag an, den ich vor einem Jahr über das Impfen geschrieben habe. Auf der Pressekonferenz, vor einem Publikum aus acht Fachjournalisten, würde ich die Gelegenheit erhalten, meine Erfahrungen nochmals im direkten Austausch und in meinen eigenen Worten zu erzählen, verbunden mit der Hoffnung, dass mein Beispiel einen Mehrwert bringt. Hier war zudem eine riesige Chance auf persönliche Weiterentwicklung – vor vielen Menschen zu sprechen und von einer Kamera gefilmt zu werden –, Ängste überwinden und abbauen, einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen und... von allem Ego befreit, ganz einfach ich zu sein und meine Geschichte zu erzählen. Wenn dir das Leben die Hand reicht, greif zu! Erfahrungen sammeln war mein Antreiber, zuzusagen. So begannen wir also ab Mitte April mit den Abstimmungen. Es gab ein telefonisches Kennenlernen mit meinem Gesprächspartner, wir gingen die Fragen für die Videos durch und ich legte mir meinen persönlichen Leitfaden zurecht, meine eigene “Mission”, überlegte mir, auf welche Kernbotschaften ich mich fokussieren wollte: meine Impf-Geschichte, meine Medikamente und mein Erfahrungsaustausch mit Menschen.

Wie fühlt es sich an, eine Patientenbotschafterin zu sein?
Mein Mann und ich reisten bereits am Vortag mit der Bahn nach Wiesbaden und übernachteten bequemerweise in dem Hotel, das auch als Veranstaltungsort für die Fachpressekonferenz diente. Wir genossen den Abend mit einer kleinen Erkundungstour durch die Altstadt, speisten gut und ich war positiv-aufgeregt und zuversichtlich. Am Vormittag des großen Tages war ich... ein Nervenbündel. Das reinste Nervenbündel. Ohne Übertreibung, ich war kurz davor durchzudrehen vor lauter Lampenfieber. Ich hatte Schnappatmung und mein Puls raste, als würde ich gleich gegen einen Säbelzahntiger kämpfen müssen. Doch weißt du was? Du kannst nie gut genug vorbereitet sein. Irgendwann kommt der Punkt, da erkennst du, du machst dich immer mehr selbst verrückt, und entschließt dich dein Gedankenkarussell zu stoppen. Du entscheidest, dass du bis zu diesem Punkt das Beste getan hast, was du tun konntest. Und springst einfach.

Kurz vor 13 Uhr fand ich mich auf der 5. Etage des Mercure Hotel ein. Ich wurde auf das Herzlichste empfangen und meine Ansprechpartnerinnen zeigten mir den Konferenzraum, machten mich mit dem Team und dem Kameramann bekannt... und tja, ja, dann fackelten wir nicht lange und schritten zum Videodreh. Ich hatte mir meine Antworten stichpunktartig auf einem Zettel notiert und in die Rocktasche gesteckt, doch in all der Aufregung dachte ich nicht mal mehr daran, ihn zu Hilfe zu nehmen. Oder hatte ich alles im Grunde sowieso schon verinnerlicht? Was auch immer – nachdem ich mich beim ersten Versuch verhaspelt hatte klappte die Aufnahme im zweiten Durchgang dann in einem Rutsch! Meine Interviewpartnerin von Pfizer und auch der Kameramann zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis und happy, dass alles so schnell im Kasten war. Wie es für mich gewesen ist, wurde ich gefragt, ich wäre derart routiniert als hätte ich das schon x-Mal gemacht... Ich musste schmunzeln und mir fiel die erste Anspannung von den Schultern mit den Worten: “Sie haben aber keine Ahnung, wie es in meinem Kopf gerade aussieht!”. 

Nun weiß ich also wie es sich anfühlt, mit angestecktem Mikrofon im Scheinwerferlicht zu stehen. Doch warum haben wir so eine Angst davor, in eine Kamera zu sprechen? Ist es der selbstgemachte Film, der im Kopf abläuft, das Wissen, dass so viele Menschen dieses Video sehen werden und dass man einen perfekten Eindruck hinterlassen möchte? Wahrscheinlich lernt man, je öfter man gefilmt wird, solche Gedanken auszublenden. Nicht die Kamera ist der Gegner, sondern das Selbstgespräch in deinem Kopf. Nur du stehst dir im Weg und hinderst dich daran, du selbst zu sein, wenn du zweifelst, dass du nicht gut genug bist. Du bist genug und du bist wundervoll, wenn du einfach du selbst bist. Das sehen die Menschen, die das Video anschauen. Das strahlt durch! Das ist es, was ich durch diese wundervolle Erfahrung gelernt habe. Und hier sind sie nun, exklusiv für euch, meine drei obercoolen Videos und das Ergebnis all des Herzklopfens! (-:


1. Waren Sie sich bewusst, dass Sie immunsupprimiert sind?


2. Wem vertrauen Sie am meisten beim Thema Impfen?

3. Welche Informationen hätten Sie sich als immunsupprimierte Patientin vom Arzt noch gewünscht?


Ein kleiner Einwurf in eigener Sache... Das T-Shirt, das ich an diesem Tag getragen hab', gab mir immens Kraft all das nervlich durchzustehen. Gefällt es euch? Gibt's hier.


Zurück zum 6. Mai 2019, nach dem Dreh und nun im Konferenzraum. Ich unterhielt mich, knüpfte Kontakte und beobachtete die Journalisten, die nach und nach eintrafen. Die gesamte Pressekonferenz wurde übrigens gefilmt und ich wurde verkabelt, bekam ein Mikrofon ans Revers gesteckt und den Sender in die Rocktasche, damit ich später frei sprechen konnte für das Dreiergespräch (siehe Bild oben). Da saßen wir im Rampenlicht und unser Gespräch war das Highlight der Veranstaltung! 

Frau Münch stellte Dr. Frühwein und mir abwechselnd Fragen zum Impfen, zur Immunsupprimierung, den Erfahrungen und Empfehlungen, den Wünschen und dem Appell an die Journalisten. Sie waren unser Publikum, um über ihre Fachartikel die Informationen an die Ärzte zu transportieren. Auch wenn ich mir im Kopf meinen Leitfaden zurechtgelegt hatte, unser Gespräch war dynamisch, wir blieben spontan und authentisch. Einmal schaffte ich es sogar, einen Witz zu machen und damit die Stimmung aufzulockern – ich weiß bis heute nicht wo ich das herholte, aus meinem Gehirn im Ausnahmezustand, das versuchte die Fragen aufzunehmen, eine vernünftige Antwort zu geben, auf meine Haltung, Gestik und Mimik und auf die Reaktionen der Journalisten zu achten... alle Eindrücke auf einmal aufzunehmen und alles gleichzeitig zu tun. Irgendwann übernimmt das Leben. Irgendwann lief es und es war der pure Flow! 

Ich weiß die Frage nicht mehr genau, die dieser Bemerkung vorausging, aber ich erinnere mich noch gut an den Ausspruch einer Journalistin, “zum Glück gibt es Leute die bloggen!”. Und wie sie mich dabei anstrahlte. Auch das Feedback meiner Ansprechpartner war ebenso positiv wie nach unserem Videodreh, sie fanden mich ruhig, professionell, sympathisch und authentisch... ich war sehr gerührt und bin es heute noch, wenn ich die Eindrücke vor meinem geistigen Auge aufleben lasse. Ich habe meine Botschaft als lebendes Beispiel rübergebracht! Und ich hätte mir viel Aufregung ersparen können, denn am Ende war ich einfach... ich (-:

Was nehme ich für mich mit und was kann ich mit euch teilen?
Ich hoffe fest, dass wir etwas beitragen konnten, vor allem den Hausärzten die Angst vor dem Impfen von Menschen mit unterdrücktem Immunsystem zu nehmen. Ich wünsche mir, dass die Zusammenarbeit zwischen Fach- und Hausärzten enger wird, der Austausch aktiver stattfindet, finanzielle Restriktionen, Konkurrenz- und Schubladendenken und Vorbehalte abgebaut werden. Auf der Sachebene habe ich gelernt, dass wir keine Angst davor haben müssen, dass Impfen einen neuen Schub auslösen kann. Vielmehr kann ein Schub durch die Krankheit ausgelöst werden, gegen die man impfen würde. Konkret heißt das, die Infektion führt möglicherweise in einen Schub, nicht die Impfung – das war mein absoluter Aha-Moment. Für mich persönlich habe ich gelernt, dass es nichts gibt, was ich nicht kann. Auch vor einer Kamera stehen. Ich bin dankbar für die Chance, die ich bekommen habe, und dankbar für meinen Mut, dass ich zugegriffen habe. Dass ich JA! gesagt habe, mich zu zeigen und meine Geschichte zu erzählen. Ja dazu, für meine Überzeugungen einzustehen und meine Botschaft zu teilen. Meine Angst, mich hinzustellen vor so vielen Menschen, war mein Motor. Es ist alles gut. Trau auch du dich, zu dir zu stehen.