Gesünder.

Früher hatte ich immer das Gefühl, nur etwas außerhalb meines Selbst kann mir helfen, wenn es mir nicht gut geht. Beispielsweise dann, wenn ich sehr verspannt war – da half nur Pilates, eine Massage oder ein Bad, und im schlimmsten Fall ein Schmerzmittel obendrauf. Etwas, das ich im Außen tue oder in mich hineingebe, um die Beschwerden erträglich zu machen.

Heute merke ich, dass ich mich oft selbst total anspanne, meine Muskeln vor allem an den Oberarmen und Schenkeln regelrecht verkrampfe – und daher mein Schmerz- und Verspannungsgefühl kommt. Das passiert mir vor allem immer dann, wenn ich innerlich angespannt (!) bin, weil mich etwas stresst oder mental und emotional sehr beschäftigt. Mein Körper spiegelt das, damit ich es fühle und gehen lasse. Wie sagt Mareike Awe so schön: Jede Anspannung ist eine Einladung zur Entspannung (-:

Jetzt, wo ich viel achtsamer mit meinem Körper umgehe und es auch zulasse, dass ich diese Anspannungen spüre und nicht mehr länger wegschaue aus Angst, ich könnte durch das Hinschauen erst recht in ein Loch fallen oder noch viel mehr finden, da unten in der Tiefe meines Bewusstseins... jetzt kann ich solche Verspannungen durch ein “Ich lasse los” lösen. Oft dauert dieser Prozess nur wenige Sekunden: die Wahrnehmung, der Aha!-Moment, der Shift, und der Schmerz verschwindet. Manchmal braucht es eine Meditation, manchmal eine richtige Mentalübung. Die Hauptsache ist, es geht. Von selbst und von innen heraus.

Wie ein Kind, das sich nicht vorstellen kann, einmal so groß zu sein, dass es an die Keksdose im Küchenregal heranreicht, so konnte ich mir früher nicht vorstellen, dass es diese Möglichkeit in mir überhaupt gibt. Es ist eine neue Dimension, ein neues Level das du in dir freischaltest, eine neue Fähigkeit, die du vorher gar nicht hast “anzapfen” können. Doch sobald sie einmal freigelegt ist gehört sie dir, und ist nicht mehr wegzudenken.

Kennst du das auch?