Gleichgewicht

Das Leben ist ein Zyklus, ein Auf und Ab, es schwingt wie ein Pendel und strebt immer nach dem Gleichgewicht. Alles ist Energie, und gleiche Energie zieht gleiche Energie an. Im Bereich der Gesundheit kennen wir dazu zwei Effekte.

  • Nocebo = Krankheit anziehen: sich selbst Verschlimmerung/ein schlimmes Schicksal einreden, sich unter Druck setzen/negativer Stress und Misstrauen; Rheuma-Ich.
  • Placebo = Heilung anziehen: Selbstheilung[skräfte] wecken, Vertrauen in sich selbst und das Leben, Begeisterung und Neugier; Ich-Ich.
Erinnert ihr euch noch an mein Interview für “so gesund”? Darin gab es eine Frage, die im finalen Text nicht veröffentlicht wurde, und sie ist gerade so passend, dass ich euch heute davon erzähle:

 Haben Sie sich mit dem Placebo-Effekt und Vorstellungen eines inneren Arztes beschäftigt? 

Wenn man es so auslegen kann, dass ich mir selbst vorgestellt habe, wie ich meine Selbstheilungskräfte an die richtigen Stellen schicke – dann habe ich das bereits erlebt. Vor eineinhalb Jahren hatte ich einen Rheumaknoten am Sprunggelenk, der selbst nach zwei Kortisoninjektionen nicht weggehen wollte. Etwas in mir war sich danach sicher, wenn er von allein gekommen ist, dann geht er auch von alleine weg. Diesen Gedanken habe ich verinnerlicht – und heute ist der Knoten verschwunden, zum Erstaunen meines Orthopäden, denn er kann es sich nicht erklären. Ich mir schon. (-:

Ich lerne, das Rheuma als Symptom zu sehen und nicht als etwas, das ich bin oder das ich habe, etwas das mich definiert. Ich entdecke es als den Weg zu mir selbst und sehe die Symptome als Botschafter. Ich lerne, loszulassen, um Neues in die Hand nehmen zu können.

YES! Das gilt nach wie vor, und ich liebe die Arbeit mit und an mir selbst. Auch, wenn das die wohl steinigste Reise ist, auf die ich mich je begeben habe, auch, wenn das tägliche Arbeit ist und nie  “vorbei” – ich kann mir keine bessere Art zu leben vorstellen als in der Freiheit und Gewissheit, meine Gesundheit vollkommen selbst in die eigenen Hände zu nehmen.

Doch wie geht das konkret: den Placebo-Effekt nutzen und die Selbstheilungskräfte wecken? Eine ganz persönliche Übung von mir, für euch:

Ich lege mich hin und mache die Augen zu, versenke mich in mir selbst.
Ich schaue, was ich in mir finde, was mich belastet, betrachte es und lasse es zu.
Ich schaue es an, sage ihm: Willkommen, ich sehe dich.
Und dann darf es so lange bleiben, bis es mir seine Botschaft überbracht hat.
Ich fühle und nehme die Schmerzen wahr, schaue sie an, ihre Farbe, ihre Ausprägung,
und gebe ihnen Raum und schicke meine Energie dort hinein und freue mich, ihnen beim Gehen zu helfen und einfach nur zuzuschauen als Beobachter.
Ich sinke tiefer und tiefer in mich, spüre die Anspannungen und lasse sie los... lasse immer mehr los. Irgendwann ist es fast, als läge mein Körper still für sich allein ganz entspannt da, absolut zufrieden mit sich selbst. Und meine Seele schaut ihm zu, wie einem zufrieden schlafenden Baby.
Dieser kostbare Moment, wenn ich einfach nur Zuschauer und Bewunderer bin, ohne den Drang, den Körper zu bewegen, ihn einfach für sich sein lassen, ist wundervoll. Darin ist Kraft.
Bis ich mich entscheide, zu testen, ob ich schon zurückkehren kann, einen Impuls in den kleinen Finger oder eine Zehe schicke und zucke…
Und dann vibriert alles in mir, mein ganzer Brustraum
und ich bin wieder eins und im Einklang und kehre mit dem Öffnen der Augen ins Hier und Jetzt zurück, erfrischt und gestärkt.

Das nenne ich in mir aufräumen (-: Und geht auch in Bus und Bahn und immer dann, wenn du Kraft aus dir brauchst. Wenn das noch zu kompliziert für dich klingt oder du einen konkreten Einstieg suchst, dann gebe ich dir folgende Inspiration mit auf deinen Weg:

Fang damit an, morgens ganz bewusst in deinem Körper aufzuwachen.
Im ersten Moment, in dem du nicht mehr schläfst, aber auch noch nicht ganz wach bist, lass die Augen geschlossen und versuch dich zu spüren.
Komme in dir an und mache dir bewusst, dass du Energie bist, die in einem Körper lebt. Energie in ständiger Bewegung, wie ein Fluss, im beständigen Kreislauf. Du kannst dir diese Energie auch in einer Farbe vorstellen, um das Bild für dich deutlicher zu machen.
Wenn du dieses Bild hast, dann schaue in dich, wo die Energie fließt, wo sie noch hinfließen darf, wo sie fehlt und wo sie blockiert ist. Du kennst dieses Gefühl von all den negativen Erfahrungen aus deiner Vergangenheit, bei denen du dich zugeschnürt, angespannt, unausgeglichen fühlst.
Hast du zum Beispiel jetzt gerade einen Schmerz in der Schulter? Herzklopfen, eine zugeschnürte Kehle? Spürst du einen Knoten im Magen? Dort kann die Energie nicht frei fließen, dort bist du gerade nicht in deiner Balance.
Versuche nun, in diesen Bereich hineinzuatmen und dir vorzustellen, dass dein Atem diesen Bereich ausdehnt, den Knoten auflöst, dein Herz beruhigt. Stell dir vor, dass sich ein Licht dort ausbreitet, das dich wärmt und diesen Bereich heilt.
Konzentriere dich darauf und wiederhole das so lange, bist du das Gefühl hast, dass es dir besser geht. Wiederhole das mehrmals am Tag, und immer dann, wenn du es brauchst. So kommst du zu dir, Stück für Stück in deinen Fluss, deine Mitte, in deine Fülle.

Life is for you – not against you.