Kränkeln

21.6.2018
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“Krankheit” und “Erkrankung” sind für mich beides Bezeichnungen meiner JIA. Krank bin ich also immer. Und wenn ich diffuses Fieber, Virusinfekte oder bakterielle Infektionen habe? Dann nenne ich das “kränkeln”.

In meiner Kindheit wechselten sich Bronchitis mit Blasen- und Mandelentzündung ab, man konnte fast die Uhr danach stellen. Das wurde erst besser, als sich mein Immunsystem durch eine Ernährungsumstellung stabilisierte. Seit der Pubertät kann ich meine maladen Phasen an einer Hand abzählen - unglaublich, aber wahr!

Da war ein Magen-Darm-Infekt kurz vor meiner OSG-TEP-Operation 2010, eine starke Erkältung (Stimme weg) irgendwann vor vier Jahren, eine schwere Kontaktallergie auf ein Haarfärbemittel Anfang 2016, und ganz frisch vom vergangenen Wochenende: ein unbestimmtes Fieber mit Schüttelfrost und Schweißausbrüchen, höllischem Kopfweh und absoluter Abgeschlagenheit, sodass ich zeitweise nicht einmal sitzen und nur liegen konnte.

Als ich bemerkt habe, das etwas mit mir nicht stimmt, habe ich kein Leflon mehr genommen. Auch die Humira-Spritze am Sonntag musste ich aussetzen, denn was mein Körper in diesem Zustand auf keinen Fall braucht ist eine zusätzliche Unterdrückung des Immunsystems, das ohnehin schon alle Hände voll zu tun hatte. Was auch mich da letzten Endes erwischt hat - ich habe es aus eigener Kraft überstanden. Mit Ruhe und viel Wasser, um das Fieber zu senken, bin ich seit Montag über den Berg. Da das mein erster Infekt unter Biologicals war und mir dazu noch die Erfahrungswerte fehlen, habe ich sicherheitshalber mein Blut nachkontrollieren sowie Lunge und Herz abhören und mir in den Hals schauen lassen - alles unauffällig! Ein CRP von 1.5 nach einem solch heftigen Infekt und Traum-Leukozyten von 4.1 (siehe Beitrag Blutwerte) sind sentionell. So komme ich auch um das Antibiotikum herum und am Wochenende darf ich wieder mit Leflon und Humira anfangen.

Ich bin wirklich sehr froh, solch gute Abwehrkräfte zu haben. Ab und zu fühle ich mich fiebrig, dann weiß ich, dass ich über meine Grenzen gegangen bin und mich schonen muss. Nach ein bis zwei Tagen bin ich wieder wohlauf - trotz der Rheumamedikamente, die leider doch immer mal wieder das Immunsystem schwächen und eine Infektanfälligkeit begünstigen können. Mit meinem ganz persönlichen Beispiel möchte ich Mut machen, dass es nicht so kommen muss, wie es im Beipackzettel steht.

Seid gut zu euch, achtet gut auf euch und passt gut auf euch auf. Eine gesunde Ernährung, frische Luft und Bewegung, Stress reduzieren und Keimherde vermeiden sind schon die halbe Miete zu einem Leben ohne ständiges Kränkeln.

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