Makulaödem

Fast auf den Tag genau 1 ½ Jahre nach meinem ersten Makulaödem hat es mein linkes Auge erneut erwischt. Ich sehe schlecht - und niemand sieht es mir an. Darum zeige ich euch heute, wie die Welt momentan für mich ist.

Seht selbst:

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Bildquellen: allgemeinarzt-online.de und gefoltert.blogspot.com

Ich habe Zerrbilder, verschwommene Bereiche und graue Flecken in meinem Sichtfeld. Es ist mir nicht möglich, mit dem linken Auge allein scharf zu fokussieren. Mit beiden Augen geht es, jedoch wird das im Laufe des Tages immer anstrengender. Oft verschwimmt mir alles vor den Augen und ich muss andere Menschen bitten, mir einen Text oder die Uhrzeit vorzulesen. Ich darf erneut die Erfahrung machen, dass es gut tut, um Hilfe zu fragen - und dass man sich dafür keinesfalls zu schämen braucht. Meine Arbeit kann ich erledigen, indem ich den Bildschirm näher zu mir rücke. Abends liege ich meistens mit geschlossenen Lidern auf dem Sofa, habe Creepypastas oder The Beauty of Gemina auf den Ohren und ruhe meine müden, geplagten Äuglein aus.

Mein Makulaödem wurde am 7.9. mittels eines OCT festgestellt, ein Computertomograf speziell für die Augen. Im Gegensatz zur letztjährigen Untersuchung in der Augenklinik hatte ich dieses Mal das große Glück, dass mein Augenarzt in seiner neuen Praxis über ein solches Gerät verfügt. In nur 10 Minuten war klar, warum es mir mit dem Sehen nun schon seit einigen Wochen so schlecht geht und meine Sehkraft bei nur 60% liegt.

Hier habt ihr es schwarz... und bunt (-: auf weiß:

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Zum Vergleich: links mein gesundes rechtes Auge, rechts mein erkranktes linkes Auge mit dem Makulaödem - erkennbar an der Schwellung am gelben Fleck, dem schärfsten Punkt des Sehens auf der Netzhaut.

Das Ödem ist die Folge eines erneuten Uveitisschubs und unter engmaschiger augenärztlicher Kontrolle. Seit knapp drei Wochen behandle ich es 6x am Tag mit Cortison- und entzündungshemmenden Augentropfen, die sehr langsam, aber stetig, ihre Wirkung entfalten. Trotz meiner Niedergeschlagenheit geht es also von Tag zu Tag aufwärts und mir werden hoffentlich keine Schäden bleiben. Was jedoch bleibt ist die traurige Erkenntnis, dass meine Therapie angepasst werden muss.

Nun ja - mit diesem Gedanken hätte ich mich ohnehin bald anfreunden müssen, in Anbetracht der Leukopenie, die ich am 19.8. bekam. Irgendetwas stimmt mit meinen Medikamenten nicht. Oder ihrem Zusammenspiel. Oder sie wirken nicht mehr, wer weiß das schon so genau. Jedenfalls ist das Ödem ein Warnzeichen, das ich mir nicht schönreden kann. Es ist eine Komplikation, die nicht auftreten sollte, wenn meine Therapie funktioniert!

Am 8.10. ist der nächste Kontrolltermin beim Augenarzt und am 12.10. bin ich bei meiner Rheumatologin. Dann sehen wir weiter. Und egal, was noch auf mich zukommt: ich schaue mit immer klarer-werdendem Blick nach vorn.