Maudie

Ist euch aufgefallen, dass die Geschichte eines Menschen mit Rheuma noch nie in einem Spielfilm gezeigt wurde?

Immer nur in kleinen Randnotizen, wie z.B. in “Das Wunder von New York”. Olga (gespielt von Sally Hawkins) klagt über ihre vor Arthritis schmerzenden Hände und begegnet Dennis' (gespielt von Paul Giamatti) fragendem Blick mit den Worten “Kann man sich gar nicht vorstellen, dass so eine junge Frau eine solche Krankheit hat, was?”.

So viele Krankheiten werden im Kino thematisiert, schaffen Bewusstsein in der Öffentlichkeit, merzen Vorurteile aus, ringen um Verständnis - aber Rheuma ist immer außen vor. Warum eigentlich?

Nun kam im letzten Oktober “Maudie” ins Kino, ebenfalls wieder mit der bezaubernden Sally Hawkins. Die Biografie erzählt von Maud Lewis, einer an juveniler Arthritis erkrankten Volkskünstlerin aus Kanada. Nach wenigen Minuten schon hatte dieser Film mein Herz im Sturm erobert und ist für mich seitdem DER Rheuma-Film schlechthin - auch, wenn in diese Geschichte ein viel breiteres Themenspektrum eingeflossen ist, wie etwa die Rolle der Frau Anfang des letzten Jahrhunderts, schmälert das nicht seine Signalwirkung.

Denn der Film zeigt wie es ist, mit Rheuma zu leben und trotzdem für sein Leben, seine Selbständigkeit, zu kämpfen. In realistischen Szenen, die ohne viele Worte auskommen. Und meine Begeisterung darüber musste ich einfach auch mit der Öffentlichkeit teilen! (-:


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