Uveitis

17.3.2017

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Eine Uveitis ist die Entzündung der mittleren Augenhaut, die auch Uvea genannt wird und aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Ziliarkörper und der Aderhaut besteht. Die Uvea ist verantwortlich für das “Scharfstellen” unserer Augen zwischen Objekten, die unterschiedlich weit entfernt sind (Akkommodation), die Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse (Adaption) und sie versorgt die Netzhaut mit Nährstoffen. Wenn das Sehen punktuell verschwommen wird (vor allem Gitterlinien sehen unterbrochen aus), schwarze Punkte vor dem Gesichtsfeld tanzen (die keine Fusseln auf der Brille oder den Kontaktlinsen sind) und es schmerzt, im Hellen zu sein - ab zum Augenarzt! Es könnte eine Uveitis oder Iritis sein, bei der sich nur die Regenbogenhaut entzündet. So begann es bei mir im April 2016.

Nach zwei Monaten mit cortisonhaltigen Augentropfen heilte die Iritis am linken Auge aus, vor allem die Schmerzen verschwanden recht schnell und es ging mir den Sommer über richtig gut. Eines Tages habe ich beim Fernsehen bemerkt, dass das erkrankte Auge wieder verschwommener sieht. Ich muss gestehen, dass ich mir dabei noch nicht viel gedacht habe. Vielleicht ist es noch eine Nachwirkung der Iritis, vielleicht Stress. Da ich seit meinem 13. Lebensjahr eine Brille trage kann es auch ohne besonderen Grund einmal vorkommen, dass das Sehvermögen zeitlich begrenzt schlechter ist. So verging der Herbst, dann der Winter. Es gab Phasen zwischen 2 und 6 Wochen, in denen ich problemlos gesehen habe, dann wurde es wieder verschwommen, besser, schlechter. Im Januar war ich soweit, dass ich kein ruhiges Gewissen mehr hatte und mir klar war: Das kannst du so nicht lassen.

Den Ausschlag, endlich einen Termin beim Augenarzt zu machen, gab ein Samstagmorgen im Anfang Februar. Ich wache auf und mir ist von einem “Augenblick” auf den anderen klar, dass ich auf dem linken Auge kaum mehr als noch die Hälfte erkennen kann. So wurde dann auch zwei Wochen später eine verbliebene Sehkraft von 40% festgestellt. Vorsichtig ausgedrückt: das rüttelt wach! Ich wurde in die Augenklinik überwiesen und so etwas Spannendes habe ich selten erlebt. Man hat sämtliche Untersuchungen mit und an mir gemacht, die man sich nur vorstellen kann: Sehtest, Messung des Augeninnendrucks, Untersuchung der Netzhaut (mit den hübschen Atropinderivat-haltigen Augentropfen, die riesige Pupillen machen!), Bilder von der Netzhaut sowie ein OCT (Computertomografie an den Augen) mit und ohne Farbstoff. Alles sehr professionell und freundlich, bis auf den Zugang in der Vene, durch den der Farbstoff gespritzt wurde. Der blieb sage und schreibe eine Stunde in mir drin, und davon habe ich heute noch (3 Wochen später) bunte Flecken. Das OCT selbst ist übrigens ziemlich anstrengend. Man muss genau auf die Anweisungen achten, Fadenkreuzen folgen und in verschiedene Richtungen schauen, den Blick halten und das alles, während man in gelbe, grüne und rote Lichtblitze schaut. Nach sechs Stunden warten, besprechen und untersucht werden hat es mir dann wirklich gereicht!

Die Diagnose also: eine heftige Uveitis am linken Auge, eine beginnende Uveitis am rechten Auge. Links hat sich ein Ödem gebildet, das ist eine Wasseransammlung infolge der Entzündung. Deshalb sehe ich links so viel schlechter als rechts. Für die nächsten Wochen und Monate werde ich mich regelmäßig mit Augentropfen behandeln und das Humira soll sein Übriges dazu tun, dass es mir bald besser geht. In der Blutuntersuchung von letzter Woche wurde auf Wunsch der Augenärztin noch ein Gentest gemacht, der sich heute als positiv herausgestellt hat: das HLA-B27 ist positiv. Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung, bedeutet es doch nur, dass bei Menschen mit einem positiven HLA-B27 öfter entzündliche Erkrankungen auftreten, wie (juvenile) rheumatoide Arthritis, Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Psoriasis-Arthritis, Morbus Reiter und eben auch solche Augenentzündungen. Im schlimmsten Fall heißt es für mich: ich habe diese Proteinkomplex-Variante und vielleicht dann öfter im Leben mit Augenentzündungen zu tun. Und um dem ganzen hier einen positiven Abschluss zu geben - hier zu guter Letzt:

Nataschas gesammelte Augen-Tipps  

1. Strichliste. Wer 9x pro Tag Augentropfen anwenden muss kann sich das nie und nimmer merken! Zumindest geht es mir so... Darum habe ich mir eine Liste gebastelt, auf der im Wechsel die Worte “Corti” und “Volt” (Cortison und Voltaren) stehen. Sobald ich einen Tropfvorgang hinter mir habe: ein Strich. So behalte ich immer den Überblick.
 
2. Brille statt Kontaktlinsen. Bei Iritis und Uveitis sind Kontaktlinsen leider tabu. Nicht nur können sie von den Augentropfen beschädigt werden - für die armen Augen sind die Linsen einfach eine zusätzliche Belastung. So schwer es fällt, die Brille ist die bessere und gesündere Wahl.
   
3. Sonnenbrille. Entzündete Augen können ziemlich schmerzen. Deshalb immer schön die Sonnenbrille einpacken, wenn es nach draußen geht. Da es gemeingefährlich wäre, mich ohne Sehhilfe raus zu lassen, habe ich mir eine Sonnenbrille mit Sehstärke bestellt. Anfang April soll sie fertig sein, ich freu mich schon riesig drauf!
   
4. Augentropfen richtig anwenden. Ich hätte nicht gedacht, dass man beim Augentropfen-tropfen so viel falsch machen kann - oder zumindest nicht richtig genug! Hier ist für euch meine Zusammenfassung, wie es am unbeschwerlichsten und angenehmsten geht.

  1. Den Deckel des Augentropfen-Fläschchens abschrauben.
  2. Ein sauberes Gästehandtuch bereitlegen.
  3. Ringe und Orthesen ausziehen und die Hände gründlich waschen.
  4. Mit der einen Hand das Unterlid leicht herunterziehen, nach oben schauen und mit der anderen Hand einen Tropfen in den Bindehautsack geben. Das Auge schließen, damit sich das Medikament verteilt, dann den Vorgang am anderen Auge wiederholen.
  5. Die Augen geschlossen halten, mit den Fingern leicht auf den Tränenkanal im inneren Augenwinkel drücken und bis 60 zählen (= eine Minute warten).
  6. Mit dem Handtuch die überschüssige Flüssigkeit abwischen.
  7. Augentropfen-Fläschchen zuschrauben und an einem Ort kühler als 25°C aufbewahren.


5. Und sonst?
Ruhe bewahren, entspannen und geduldig sein. Augenentzündungen dauern, aber sie sind heilbar! Ansonsten viel schlafen und viel trinken, frische Luft tanken und sich ab und zu eine wohltuende osteopathische Behandlung gönnen, bei der die Tränenflüssigkeit angeregt wird. Danke liebe Ranjana (-:


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